Shisha – topaktuell, aber eine drastisch unterschätzte Gefahr

Seit wenigen Jahren hat sich ein Trend auch in Kaiserslautern etabliert, nämlich die Wasserpfeife. Spezielle Shisha-Bars (auch Hookah genannt) bieten das Wasserpfeife-Rauchen an und werden vorwiegend von Jugendlichen frequentiert.

Im Ärzteblatt 7/19 gab es eine ausführliche Stellungnahme zu den Gefahren durch Shisha-Rauchen, die dramatisch klingt. Danach sind die Gesundheitsgefahren drastisch höher als bei normalem Rauchen, und es droht auch die Gefahr einer u. U. tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung, wie dies auch immer wieder durch die Medien geht. Die vermeintliche Reinigung des Rauchs durch das Wasser ist eine Illusion, die Gifte sind viel konzentrierter als bei einer Zigarette ohne Filter. Eine Shisha-Sitzung entspricht vom Rauchvolumen ca. 100 Zigaretten. Durch die hohen Nikotindosen droht neben Vergiftungserscheinungen auch die Gefahr einer frühen Abhängigkeitsentwicklung vor allem bei ganz jungen Leuten, dazu kommen 82 Schadstoffe, davon 27 krebserzeugend.

Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass der Konsum von Extremgift erlaubt ist, und andererseits gesundheitlich weitaus unbedenklichere Belastungen wie Stickoxide massiv angegangen werden (mehr als 40 µ/m³ an Hauptverkehrsstraßen bedeutet Fahrverbot, Arbeitsplatzverordnung erlaubt am Arbeitsplatz über viele Stunden 950 µ/m³, bei Anspringen einer Gastherme in der Wohnung springt das Stickoxid schnell von unter 40 µ auf über 1000 µ).

Wir sind stolz, das Rauchen im öffentlichen Raum und auch in der Gastronomie weitgehend verbannt zu haben, aber jetzt schießen Shisha-Bars wie Pilze aus dem Boden. Lt. Helmholzzentrum für Epidemiologie Dr. Frank: Lebenszeitverluste durch starkes Rauchen 8-10 Jahre, Feinstaub in der aktuell diskutierten Größenordnung 7-8 Monate, Stickoxide 50µ 1 Tag, Shisha keine Daten, wenn man sich am Rauchen orientiert, könnten es 20-30 Jahre sein.

Shisha-Bars haben eine enorm schädliche Wirkung auf die Gesundheit ihrer Besucher sowie die Belegschaft. Dies wirft die Frage auf nach Vorgaben für die Lizenzerteilung sowie die Zuständigkeit für vorbeugenden Gesundheitsschutz. Insbesondere für Minderjährige muss es ein striktes Shisha-Verbot gelten.
M. R.

Zurück

Close Window