Struktur, Funktion und Platzbedarf einer Galerie in der Stadtmitte

Pressemittelung der FWG-Stadtratsfraktion vom 17. März 2011

Die Entwicklung der von ECE geplanten Stadtgalerie mit einem Investitionsvolumen von ca. 160 Mio. € als Teil der neuen Stadtmitte von Kaiserslautern ist seit etwas mehr als einem Jahr Gegenstand intensiver öffentlicher Diskussionen. Immer wieder haben sich zu diesem Thema einzelne Akteure zu Wort gemeldet. Nach Auffassung der FWG ist es nun an der Zeit, die bisher ausgetauschten Argumente in einen Gesamtzusammenhang zu stellen. Es geht um die Bewertung der städtebaulichen und immobilienwirtschaftliche Struktur und Funktion der Galerie und den hierfür erforderlichen Platzbedarf.

Unbestritten ist in jedem Fall die Wiedernutzung des Karstadtgebäudes in seiner heutigen Kubatur und seine Fortführung bzw. Verlängerung in Richtung Mühlstrasse. Hier befindet sich, und auch das ist zumindest bei den Befürwortern einer großen Lösung unbestritten, der zentrale, mittig gelegene Eingang und Durchgang durch das Bauensemble. Ob das Gelenk nun als Glasrotunde oder in anderer Form z.B. nur überdacht und ansonsten offen gestaltet wird sei hier dahin gestellt. Entscheidend ist, dass von hier aus die Ziele sowohl in der Galerie wie auch in der sonstigen Fußgängerzone attraktiv erreicht werden können und dass Blickachsen gegeben sind.

Als Gegenpol zum Eingang der Stadtgalerie findet sich heute in der Fußgängerzone der Warenhausbereich von Peek & Cloppenburg an der Kreuzung Markt-/Fackelstrasse. Damit ist für die Lautrer ein eingeübtes Laufziel in beide Richtungen beschrieben, das jeweils individuelle Einkaufserlebnisse anbietet. Der Kunde darf jeweils große, attraktive Verkaufsflächen am jeweiligen Ende erwarten. Aus der geschwungenen Form des Platzes resultiert die Forderung von ECE, dass dieser an den heute besonders breit geformten Stellen vollflächig bebaut werden soll, um hier attraktive und großflächige Verkaufsflächenangebote überhaupt schaffen zu können. An allen anderen Stellen ist das Grundstück ohnehin so schmal, dass nur kleinere Einheiten entstehen können. Es ist wohl immobilienwirtschaftlich konsequent, die Vollbebauung des Platzes in Richtung Stadtplatane und dem sogenannten Verkehrsknochen umzusetzen.

Auch stadtstrukturell macht das Sinn, hier eine Gebäudekante zu gestalten, da zum Burgberg hin der Raum heute städtebaulich offen ausfliest. Ein Handelsgebäude wird hier zukünftig mit seiner Bebauung den Raum fassen und überdies den geplanten zentralen Busbahnhof begrenzen. Gleichwohl sind nach Auffassung der FWG noch Ausgestaltungsmöglichkeiten in den Fassaden, Bauhöhen und Abständen der beiden Baueinheiten gegeben. All dies soll und muss nach dem Grundsatzbeschluss, den die FWG positiv am 11.04.2011 mit gestalten will, noch ausverhandelt werden.

Die FWG appelliert eindringlich an alle Beteiligten, nunmehr zur Sachdebatte einer zum Greifen nahen echten Aufwertung unserer Stadtmitte zurückzukehren. Immerhin geht es jetzt um die an sich überfällige Zusage des Stadtrates zum größten bisher anstehenden Investitionsprojekt in der Innenstadt seit mehr als 30 Jahren.

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